Chartreux Kartäuser Katzen Züchter Mystere Bleu

Blutgruppenunverträglichkeit - Chartreux Kartäuser Katzen Züchter Klaus Löbel - Mystere Bleu

Kurzinformation über
Icterus haemolyticus neonatorum
Von TÄ Angelika Scholl, Juni 2004

Bei der Katze sind die Blutgruppen A, B und AB bekannt. Wobei 94 % der Katzenpopulation der Blutgruppe A und 6 % der Blutgruppe B angehören. Weniger als 1 % weisen die Blutgruppe AB auf. Der Name der Blutgruppe weist auf die Antigene hin. Die Roten Blutkörperchen der Blutgruppe A besitzen A-Antigene. Bei der Blutgruppe B sind B-Antigene und bei der Blutgruppe AB sind A- und B-Antigene vorhanden. 47 % der Katzen besitzen, genauso wie der Mensch, natürliche Antikörper im Blut. Diese Antikörper richten sich gegen die Antigene einer fremden Blutgruppe. Die natürlichen Antikörper der Blutgruppe A sind die Anti-B-Antikörper, die der Blutgruppe B sind die Anti-A-Antikörper. Deshalb sollte bei einer Bluttransfusion die Blutgruppe des Spendertieres mit der des Empfängertieres übereinstimmen. Katzen mit der Blutgruppe AB besitzen keine Antikörper gegenüber der Blutgruppe A oder B.

Katzen mit der Blutgruppe A weisen nur zu 45 % Anti-B-Antikörper auf. Die Katzen mit der Blutgruppe B besitzen dagegen zu 75 % Anti-A-Antikörper.


Wo liegt nun das Problem
bei der Katzenzucht?

Bei der Verpaarung einer B-Kätzin mit einem A-Kater kann es bei den Kitten mit der Blutgruppe A oder AB zu Unverträglichkeitsreaktionen kommen, da mit der Kolostralmilch auch Anti-A-Antikörper der Mutter auf die Kitten übertragen werden. Diese Anti-A-Antikörper führen bei den Kitten zum Zerfall der Roten Blutkörperchen. Im Zeitraum von 12 bis 48 Stunden nach der Geburt nimmt die Lebenskraft plötzlich ab. Die betroffenen Kitten saugen nicht mehr so intensiv an der Mutter und bewegen sich kaum noch. Dies erkennt man besonders daran, dass sie verstreut in der Wurfkiste liegen. Die Mundschleimhaut ist gelblich verfärbt. Der abgesetzte Urin kann rötlich und vermindert sein. Durch die Zerstörung der roten Blutkörperchen kommt es zur Minderversorgung aller lebenswichtigen Organe mit Sauerstoff und i.d.R. zum Tod des Tieres.

Ist eine Verpaarung B-Kätzin x A-Kaer geplant oder liegt sie bereits vor, ist es ratsam die Anti-A-Antikörper-Konzentration der Kätzin ermitteln zu lassen. Die Bestimmung dieses Wertes wird zur Zeit nur in einem holländischen Labor durchgeführt. Die Adresse ist am Ende dieser Information angefügt. Das benötigte Material ist EDTA-Vollblut. Bei einem Anti-A-Titer über 1.128 sollte besser keine Verpaarung stattfinden. Ist die Kätzin jedoch bereits tragend und der Titer über 1:128, ist eine Trennung der Kitten vom Muttertier vorzunehmen. Trennung bedeutet: das Verhindern der Aufnahme der Kolostralmilch und Fütterung von Katzenersatzmilch (in Pulverform erhältlich). Der Muttertier Jungtier-Kontakt soll erhalten bleiben. Diese Maßnahmen sind mindestens 38 Stunden, wenn möglich jedoch über 3-4 Tage durchzuführen.

(Prinzipell besteht auch ein Risiko bei der Paarung einer A-Kätzin mit einem B-Kater, wenn die Kitten die Blutgruppe B oder AB haben. Jedoch ist diese Riskio bedeutend geringer, da die A-Kätzin zum einen seltener Anti-B-Antikörper besitzt und damit an die Kitten weitergeben kann und zum anderen die Wahrscheinlichkeit, dass die Kitten die Blutgruppe A besitzen, sehr hoch ist.)


Literaturquellen
1. Klinische Labordiagnostik in der Tiermedizin (W.Kraft u. U.M. Dürr)
2. Katzen Krankheiten - Klinik u. Therapie (Kraft, Dürr, K.Hartmann)


Labor für Anti-A-Tier-Bestimmung
B.V. European Veterinary Laboratory
Zaagmoienlaan 4
3447 GS Woerden
Netherlands
Tel: (0031) 0348 41 2549
Fax: (0031) 0348 41 4626