Chartreux Kartäuser Katzen Züchter Mystere Bleu

FIP - Feline infektiöse Peritonitis - Chartreux Kartäuser Katzen Züchter Klaus Löbel - Mystere Bleu

Die Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) ist eine schwere Viruserkrankung der Katze, die durch ein sogenanntes felines Coronavirus verursacht wird. Die FIP ist eine der wichtigsten Virusinfektionen der Katze, da erkrankte Tiere nicht effektiv behandelt werden können, so daß die Erkrankung fast immer tödlich verläuft. Glücklicherweiße ist diese Krankheit relativ selten.

Wie stecken sich Katzen an?

Das Virus, welches die FIP verursacht (felines Coronavirus), ist bei Katzen überall verbreitet, besonders dort, wo viele Katzen zusammen gehalten werden. Mindestends 30-50% der Katzen waren dem Virus ausgesetzt. In grossen Gruppen sind von diesen 80-100% in verschiedenen Stadien infiziert. Das Virus wird über den Kot der infitierten Katzen, von einigen über Monate hinweg, ausgeschieden. Die Infektion erfolgt dann üblicherweiße über das Einatmen oder die orale Aufnahme des Virus. Dies geschieht bei direktem Kontakt mit infizierten Katzen oder über Virus, das in günstiger Umgebung kurze Zeit überleben kann.

Von dem Virus existieren verschiedene Stämme, die glücklicherweise nicht alle zu ernsten Erkrankungen führen. Die meisten Infektionen verursachen keine Symptome oder leichte Durchfälle, die oft von allein ausheilen. Coronaviren durchlaufen aber häufig Mutationen (geringe Änderungen im Erbgut), die Stämme hervorbringen können, welche schwere Erkrankungen (FIP) verursachen können. Ist eine Katze mit einem solchen Stamm infiziert, hängt es von ihrem Immunsystem ab, ob sie tatsächlich erkrankt oder nicht.

Das Immunsystem einiger Tiere kann die Ausbreitung des Virus und damit der Erkrankung im Körper stoppen, bei anderen kann sich das Virus aber vermehren und eine schwere, schließlich tödliche Krankheit verursachen.


Was sind die Symtome von FIP?

Wenn eine Katze an FIP erkrankt, hat sich das Virus im ganzen Körper verteilt und schwere Entzündungen in verschiedenen Organsystemen verursacht. Die Symptome variieren deshalb je nach Sitz der Entzündung/en. Im frühen Stadium der Erkrankung können die klinischen Anzeichen vage sein: verminderter Appetit, rezidivierendes Fieber, Gewichtsverlust und Durchfall sind häufig. Später, nach Wochen oder auch nach Monaten, entwickeln sich normalerweise typischere Symtome.

In der Regel entwickelt sich eine sogenannte 'nasse' FIP. Hierbei sammelt sich Flüssigkeit im Bauch-(Peritonitis) oder/und Brustraum an, was durch eine Entzündung der Blutgefäße in den umgebenden Geweben verursacht wird. Die Flüssigkeit hat typischerweise einen hohen Proteingehalt (Eiweiß). Diese Katzen zeigen in der Regel eine deutliche Schwellung des Leibes durch die Flüssigkeitsansammlung und eine erschwerte Atmung durch eine mögliche Lungenkompression.

Ein kleinerer Teil der Katzen entwickelt eine 'trockene' FIP. Bei diesen Katzen findet sich wenig Flüssigkeit im Brust-oder Bauchraum, aber oft schwere Entzündungen in anderen Organen. Dies kann innere Organe wie Leber oder Niere, Augen, Gehirn (schwere Meningitis) und Magen-Darm-Trakt betreffen. Da die FIP so viele verschiedene Organe angreifen kann, sind die klinischen Symptome sehr variabel. Hinzu kommt, daß eine Anzahl anderer Erkrankungen ähnliche Symptome verursachen kann, so daß eine Diagnose ausschließlich an Hand der Symptome nicht gestellt werden kann.


Wie häufig ist FIP?

Glücklicherweise entwickeln die meisten mit felinen Coronaviren infizierten Katzen keine FIP. Dies liegt daran, daß die meisten Virusstämme keine schwere Krankheit verursachen und das Immunsystem vieler Katzen die Erkrankung verhindert. Generell ist FIP in der Katzenpoulation selten und verursacht bedeutend weniger als 1% schwerer Erkrankungen bei den Tieren.

FIP ist allerdings bei jungen (unter 1-2-Jahren), gestressten oder anderweitig erkrankten Katzen, mit schwächerem Immunsystem, häufiger. Ebenso läßt sich die FIP in Haltungen mit mehreren Katzen, Tierheimen und Pensionen öffter beobachten. Hier können bis zu 10 % oder mehr an Tieren sterben.


Wie wird FIP diagnostiziert?

Eines der größten Probleme ist, daß es keinen simplen Test zur Diagnose gibt. Kontakt mit einem Coronavirus oder eine Infektion durch ein Coronavirus läßt sich durch Nachweiß von Antikörpern in einer Blutprobe (Serologie) feststellen. Dies erlaubt aber keine Unterscheidung in frühere oder momentane Infektionen und auch nicht der verschiedener Stämme. Folglich haben viele Katzen Antikörper, aber nur wenige erkranken dann tatsächlich.

Komplizierte Testsysteme weisen das Virus in einer Blutprobe nach, können aber immer noch nicht die verschiedenen Stämme differenzieren. Ergebnisse von Routinebluttests (Hämatologie, Serumenzyme) können Änderungen aufweisen, die bei FIP häufig vorkommen, jedoch nicht spezifisch sind. Trotzdem können sie hilfreich bei der Diagnose sein.

Eine Vermutungsdiagnose kann oft an Hand der klinischen Symtome, Routinebluttests, Coronavirusserologie und der Untersuchung der Flüssigkeit in Brust-Bauchraum (wenn vorhanden) getroffen werden. Diese Diagnose kann jedoch bestenfalls vorläufig sein. Eine entgültige Diagnose läßt sich nur über eine Untersuchung der betroffenen Gewebe/Organe per Biopsie oder Sektion stellen.


Kann FIP behandelt werden?

FIP kann nicht therapiert werden. Die Erkrankung verläuft tödlich sobald sich einmal klinische Anzeichen entwickelt haben. Eine unterstützende Therapie (z.B. künstliche Ernährung, entzündungswidrige Medikamente) kann versucht werden, wenn noch keine schweren Symtome bestehen und eine vorrübergehende Besserung bewirken. Bis heute gibt es aber keine Therapie mit Erfolg.


Werden andere vorhandene
Katzen an FIP erkranken?

Bei mehreren Katzen ist es wichtig die Diagnose FIP durch eine Biopsie abzusichern. Sollte diese positiv ausfallen besteht auf jeden Fall ein geringes Risiko, daß Kontakttiere an FIP erkranken. Bluttests sind jedoch nicht hilfreich, um vorhersagen zu können, ob eine Katze erkranken wird. Viele Katzen können eine effektive Immunantwort entwickeln und eine Erkrankung verhindern. Als Vorsichtsmaßnahme sollten die Katzen bei guter Gesundheit gehalten und Stress vermieden werden. Zusätzlich sollten über mehrere Monate keine neuen Katzen eingeführt werden, um das Risiko weiterer FIP-Fälle zu minimieren.


Kann FIP vermieden werden?

In Haltungen mit vielen Katzen kann man das Risiko minimieren, indem man Überbesatz vermeidet (Gruppe mit höchstens 6 Tieren), auf Hygiene in der Umgebung (Desinfektion, wo möglich) achtet und Stress so wie andere Erkrankungen vermeidet. Weiterhin ist in einigen Ländern ein Impfstoff erhältlich, dieser bietet aber keinen 100%tigen Schutz gegen diese Erkrankung. Also kann man sich diese Impfung sparen und kann nur aufpassen dass man seine Schützlinge artgerecht hält, hegt und pflegt.


Meine Informationen zu diesem Bericht, sind ein Teil aus eigener Zuchterfahrung und der sehr guten Unterstützung der Kleintierklinik am Landratsamt in Heilbronn unter der Leitung der Fachtierärzte:

Dr. med. vet. Helmut Scholl
Dr. med. vet. Sabine Dahnken
und Fachtierarzt für Kleintiere Joachim Fritz.

Mit freundlichem Gruß

Ihr Kartäuser Chartreux Züchter Klaus Löbel.