Chartreux Kartäuser Katzen Züchter Mystere Bleu

FIV - Feline Immunodeficiency Virus - Katzenaids - Chartreux Kartäuser Katzen Züchter Klaus Löbel - Mystere Bleu

Das Feline Immunodefiziensvirus (FIV) wurde erstmals in einer Katzenauffangstation in den USA entdeckt. Einige der dort gehaltenen Katzen zeigten Krankheitssymptome entsprechend denen Aidserkrankter Menschen. Man fand heraus, dass sich das FIV- und AIDS-Virus sehr stark ähneln. Untersuchungen an älteren, eingefrorenen Blutproben zeigten, dass sich das FIV-Virus seit den späten 60er Jahren in der Katzenpopulation ausgebreitet hatte. In Großbritannien konnte eine Virusinfektion bei etwa 7 % der Population festgestellt werden.

FIV ist eine unheilbare und oftmals tödlich verlaufende Krankheit. Wie auch beim Menschen können die Virusträger jahrelang ohne Krankheitssymptome leben. In diesen Jahren nimmt die Abwehrstärke des Immunsystems schrittweise ab, ehe sich das feline AIDS entwickelt und die Krankheit ausbricht. Die Krankheit entwickelt sich, da durch den FIV-Virus die Zellen des Immunsystems (die weißen Blutkörperchen bzw. Leukozyten) befallen werden und dies zu deren Schädigung oder Zerstörung führt. Ein gesundes Immunsystem ist aber nötig um Infekte zu bekämpfen und tumorös entartende Zellen unschädlich zu machen. Somit wird die Katze deutlich krankheitsanfälliger, v.a. für bakterielle und virusbedingte Erkrankungen.

Wer ist gefährdet?

Obwohl es viele Ähnlichkeiten zwischen dem Aids- und dem FIV-Virus gibt, sind sie doch sehr artspezifisch, und somit wird das FIV-Virus nur Katzen, das AIDS-Virus nur Menschen befallen. Für Menschen, welche mit einer FIV-positiven Katze in Kontakt kommen, besteht somit keinerlei Risiko. Eine Fix-Infektion wird zumeist bei unkastrierten Katern mittleren Alters und wildlebenden Katzen diagnostiziert. Das Virus wird vor allem durch Bißverletzungen beim Kämpfen übertragen. Der Speichel infizierter Katzen enthält große Virusmengen und ein einzelner Biß kann ausreichend sein, um eine Infektion hervorzurufen. Weitere, weniger häufige aber mögliche Infektionswege sind die gemeinsame Nutzung der Futter- und Trinknäpfe, gegenseitige Fellpflege und die Übertragung von der Mutter auf die Welpen, entweder noch in der Gebärmutter oder aber über die Muttermilch. Eine Übertragung durch Sexualkontakte gilt bei der Katze als wenig wahrscheinlich. Es ist bis heute nicht bekannt ob eine Übertragung durch blutsaugende Parasiten wie z.B. durch Flöhe möglich ist, eine gute und regelmäßige Flohprophylaxe erscheint aber in jedem Falle sinnvoll.


Symptome

Bei Infektion mit dem Virus treten zuerst nur schwache Krankheitssymptome wie Fieber, Appetitverlust und eine Lymphknotenschwellung auf, welche durchaus unbemerkt bleiben können. Später, bei Ausbruch der Erkrankung, beobachtet man eine zunehmende Verschlechterung des Gesundheitszustandes. Die Katze kann Fieber, mangelnden Appetit und einen voranschreitenden Gewichtsverlust aufweisen.

Häufig wiederkehrende Probleme sind Entzündungen der Mundschleimhäute (Gingivitis), der Nasenschleimhäute (Rhinitis; einhergehend mit Schnupfen und häufigem Niesen), der Augenbindehaut (Konjunktivitis), Hautinfektionen (Dermatitis), Blutarmut (Anämie) und Durchfälle (Diarrhoe). Zusätzlich können Nierenerkrankungen, Erkrankungen der inneren Augenstrukturen (Uveitis) und des nervösen Systems auftreten, welche wiederum Verhaltensänderungen und Krampfanfälle auslösen können. Bei der trächtigen Katze können Aborte auftreten.


Behandlung

Das vorrangige Ziel der Behandlung ist es den Zustand des Tieres zu stabilisieren und ihm somit eine gute Lebensqualität zu verschaffen. Auch wenn sie nicht für den tiermedizinischen Gebrauch vorgesehen sind, können einige Medikamente aus der Humanmedizin (z.B. AZT) eine Verbesserung des Zustandes bei einem Teil der Tiere bewirken. Unter der AZT-Behandlung tritt häufig eine Blutarmut auf und somit werden regelmäßige Blutbildkontrollen nötig.

Das Öl der Nachtkerze (Oenothera macrocarpa) kann bei Katzen in einer asymptomatischen Phase oder bei schwacher Ausprägung der Erkrankung eine Verbesserung hinsichtlich des Appetits, der Zunahme des Körpergewichts und der Blutkörperchenzahlen bewirken.

Das A und O in der Behandlung der FIV-positiven Katze ist die schnelle und effektive Bekämpfung auftretender Sekundärinfekte. Da das Immunsystem der Tiere durch den FIV-Virus sehr geschwächt ist, müssen Antibiotika in der Regel länger gegeben werden, und selbst so fällt der Erfolg dieser Therapie meist schlechter als bei FIV-negativen Tieren aus.

Die Symptome der Krankheit können durch eine unspezifische Therapie mit Kortikosteroiden, anabolen Steroiden und Vitaminpräparaten (Steigerung des Appetits) gemildert werden.


Aufrechterhaltung der Gesundheit

FIV-positive Katzen sollten wegen der erhöhten Gefahr einer Toxoplasmoseinfektion kein rohes Fleisch zu fressen bekommen. Üblicherweise stellt dieser Parasit lediglich für immunschwache Tiere ein Problem dar und kann Entzündungen im Inneren des Auges (Uveitis), neurologissche Ausfälle wie Krampfanfälle und einen unkoordinierten Gang (Ataxie) hervorrufen.

Impfungen, vor allem gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche, sind bei allen Katzen empfohlen, die einem erhöhten Infektionsrisiko durch längere Aufenthalte in Tierkliniken oder Katzenpensionen ausgesetzt sind. Eine Impfung gegen die Katzenleukose ist nur bei entsprechender Risikolage nötig.

Eine Flohprophylaxe zur Verhinderung einer Infektion mit Haemobartonella felis (eine Blutparasit welcher eine Blutarmut hervorrufen kann) sollte durchgeführt werden. Auch regelmäßige Entwurmungen sollten nicht vergessen werden.


Verhinderung der Infektion

Bis zum heutigen Tage gibt es noch keine wirksame FIV-Impfung. Da der Hauptinfektionsweg Bißverletzungen sind sollten FIV-positive Katzen kastriert und nur in der Wohnung gehalten werden. Manche Besitzer einer FIV-postitiven Katze zäunen ihren Garten hoch ein oder führen die Katze im Freien an der Leine. Durch die Verhinderung des Kontaktes mit anderen Katzen erfolgt auch ein wirksamer Schutz vor Sekundärinfektionen.

Sind noch weitere Katzen im Haus, so sollte bei ihnen ebenfalls ein FIV-Test durchgeführt werden. Idealerweise sollten FIV-positive Katzen isoliert werden, oder aber ein neues Zuhause gesucht werden, so sie für andere Katzen kein Risiko darstellen. Da das Infektionsrisiko über das Essgeschirr und gegenseitiges Putzen aber gering ist, belassen die meisten Besitzer ihre FIV-positiven Tiere im Haushalt. In diesem Falle ist getrenntes Essgeschirr eine Möglichkeit das Risiko weiter zu minimieren. Das Essgeschirr sollte ebenso wie das Katzenklo nach der Reinigung desinfiziert werden um möglichst viele Viren zu eliminieren. Da das Virus außerhalb des Organismus nur kurze Zeit überlebt, ist eine Übertragung über Kleidung und andere Gegenstände wenig wahrscheinlich.

FIV-positive Kätzinnen sollten kastriert werden. Welpen einer FIV-positiven Mutter sollten von Hand aufgezogen werden und möglichst keine Muttermilch erhalten, da auch hier eine Infektion möglich ist. Im Alter von sechst Monaten sollten diese Welpen getestet werden.


Nachweis der FIV-Infektion

Eine FIV-Infektion kann über eine Blutprobe beim Tierarzt festgestellt werden. Bei den meisten üblichen Tests werden hierbei Antikörper gegen das Virus nachgewiesen. Solche Tests sind aber nicht hundertprozentig, da auch falsch positive und falsch negative Ergebnisse vorkommen. Ursachen hierfür sind:

- Einige FIV-infizierte Tiere bilden Antikörper, welche durch den Standarttest nicht nachgewiesen werden können (falsch negativ, d.h. das FIV-positive Tier wird fälschlicherweise FIV-negativ getestet)
- Die Probe könnte verunreinigt sein (falsch positiv)
- Im frühen Stadium der Infektion (weniger als 2 Monate nach der Infektion) werden noch keine Antikörper gebildet. Es kann daher nötig werden einen Test nach 8-12 Wochen zu wiederholen.
- Bei Welpen FIV-positiver Mütter werden Antikörper mit der Milch der Welpen übertragen, und können so beim Testen nachgewiesen werden , auch wenn die Welpen den Virus nicht tragen. Diese mit der Muttermilch übertragenen Antikörper können bis zu 4 Monate im Blut der Welpen zirkulieren, bei infizierten Welpen sogar noch 2 Monate länger. Aus diesem Grund sollten Welpen nicht getestet werden ehe sie 6 Monate alt sind.


Weitere Blutuntersuchungen

Verschiedene Labors bieten Tierärzten und Tierbesitzern weitere, noch sensiblere aber auch teurere Nachweisverfahren an. Diese können hilfreich sein um das Testergebnis eines Standarttests zu bestätigen. Die Polymerase-Kettenreaktion (PCR) zum Beispiel ist ein sehr sensibler Test und kann die Virus-DANN direkt nachweisen.